🦁 Suerte – 27 Grad, Stolperfallen und Schafe

Urlaubslauf auf Griechisch

Hallo, hier ist wieder Suerte.

Urlaub bedeutet Erholung. Ausschlafen. Gemütlich frühstücken. Am Pool liegen und gelegentlich kontrollieren, ob Manu noch genug Sonnencreme aufgetragen hat.

Zumindest verstehe ich das unter Urlaub.

Manu hingegen stellte sich einen Wecker, um morgens laufen zu gehen. Nach einer etwas sonderbaren Nacht kam sie nur schwer in die Gänge, wollte aber trotzdem „ganz gemütlich ein bisschen die Straßen erkunden“.

„Ganz gemütlich“ ist übrigens Läufersprache und bedeutet: Ich mache es auf jeden Fall, egal wie viele vernünftige Gründe dagegensprechen.

Der erste vernünftige Grund wartete bereits vor der Tür: 27 Grad. Am frühen Morgen. Dazu warmer Wind, der selbstverständlich von vorn kam. Denn Rückenwind hat offenbar ebenfalls Urlaub.

Ich blieb deshalb sicherheitshalber in der Unterkunft und übernahm die verantwortungsvolle Position des Aufsichtspersonals.

Pool bewachen, Trainingsfortschritt überwachen, auf Rückkehr des Läufers warten – einer muss schließlich arbeiten. 🦁😎

Manu lief los – zunächst natürlich auf dem Bürgersteig. Sie ist schließlich Deutsche.

Wenn da ein Bürgersteig ist, wird auf dem Bürgersteig gelaufen. Dafür ist er da. Regeln sind Regeln. Vermutlich hätte sie auch an einer roten Fußgängerampel mitten in der menschenleeren griechischen Landschaft gewartet.

Leider bestand der Bürgersteig aus Bodenwellen, Unebenheiten und diversen Stolperfallen. Gemütliches Laufen war damit ungefähr so realistisch wie ein kühler Windstoß bei 27 Grad.

Statt die Umgebung zu genießen, konzentrierte Manu sich hauptsächlich darauf, den Urlaub nicht bäuchlings auf dem griechischen Pflaster fortzusetzen.

Ihr Gedanke dürfte ungefähr gelautet haben:

„Warum tue ich mir das bei dieser Hitze eigentlich an – und warum versucht dieser Bürgersteig zusätzlich, mich umzubringen?“

Dann beobachtete sie die Griechen. Die liefen nicht auf dem Bürgersteig. Die liefen einfach auf der Straße. Manu schaute auf den holprigen Gehweg. Dann auf die Straße. Dann wieder auf den Gehweg. Vermutlich führte sie kurz eine innerdeutsche Grundsatzdiskussion über Regeln, Sicherheit und ordnungsgemäße Gehwegnutzung. Anschließend siegte der Überlebenswille.

Runter vom Bürgersteig, rauf auf die Straße – und plötzlich lief es deutlich besser. Natürlich aufmerksam und nur dort, wo es sicher möglich war. Man muss sich schließlich an Land und Leute anpassen.

Ich nenne das: gelungene Integration durch Unfallvermeidung. 😏

Nebenbei entdeckte Manu Olivenbäume und Schafe. Nicht als große romantische Urlaubskulisse mit dramatischer Musik – eher im Vorbeilaufen zwischen Schwitzen, Atmen und Bodenbeobachtung.

Aber genau das ist das Schöne an einem Urlaubslauf: Man sieht Dinge, die einem vom Auto oder Liegestuhl aus entgehen würden. Man entdeckt kleine Straßen, Olivenbäume, Schafe und gelegentlich auch völlig neue Verkehrsregeln.

Als Manu zurückkam, war sie ordentlich durchgeschwitzt, aber zufrieden. Sie hatte sich bewegt, die Gegend erkundet und war ohne nähere Bekanntschaft mit dem Bürgersteig wieder angekommen.

Ich hatte währenddessen selbstverständlich den Pool bewacht.

Keine besonderen Vorkommnisse. Aufsichtspersonal zufrieden. 🦁😎

Auch Urlaub ist Teamarbeit.

🦁 Suertes Laufweisheit

Andere Länder, andere Laufwege – im Zweifel aufmerksam schauen, wie es die Einheimischen machen.

Und Manus persönliche Ergänzung dürfte lauten:

„Urlaubsläufe zeigen dir die Gegend – manchmal auch jede Bodenwelle persönlich.“

Bis zum nächsten Abenteuer
Euer Suerte 🦁