Hamburg 2026 – Zwischen Fischbrötchen, Fähren & Tiefkühlmodus

Hamburg und ich – das ist inzwischen so eine kleine Hassliebe.
Die Stadt friert mich regelmäßig ein, schickt Regen von allen Seiten und lässt mich kilometerweit mit Kamera und Rucksack durch die Gegend laufen. Und trotzdem steige ich jedes Mal wieder glücklich in den Zug Richtung Norden. Warum? Weil Hamburg einfach verdammt schön ist.

Dieses Jahr ging es zusammen mit Suerte 🦁 wieder ein paar Tage in die Hansestadt. Auf dem Plan: Nachtfotografie, Hafenluft, Fähren fahren, Fischbrötchen essen und wahrscheinlich irgendwo zwischendurch halb erfrieren.

Tag 1 – Hafengeburtstag, Kiez & erste Nachtlichter

Die Reise begann diesmal deutlich entspannter als letztes Jahr.
Anreise mit dem Flixtrain – ganz ohne Junggesellinnenabschied im Abteil. Dafür mit ein paar Hamburger Jungs, die von einer Schlagerparty in Köln zurückkamen. Also trotzdem Unterhaltung auf Schienen.

Gegen 14 Uhr im Hotel angekommen, kurz frisch gemacht und direkt weiter zu den Landungsbrücken. Schließlich wollten Suerte und ich schauen, was vom Hafengeburtstag noch übrig war. Einige Schiffe bei der Ausfahrt beobachtet, erste Fotos gemacht und erstmal wieder dieses typische Hamburg-Gefühl eingesogen: Hafenluft, Menschenmassen und irgendwo Möwen, die aggressiver wirkten als manche Securitys.

Natürlich durfte das Pflichtprogramm nicht fehlen: Fischbrötchen & Kiezmische. Hamburg ohne Fischbrötchen wäre schließlich illegal.

Danach ging’s weiter über St. Pauli, Reeperbahn und später Richtung Rathaus & Binnenalster. Während Hamburg langsam ruhiger wurde, begann für mich eigentlich erst der schönste Teil des Tages: Nachtfotografie.

Von der Stadthausbrücke über den Jungfernstieg bis zur Lombardsbrücke spiegelten sich die Lichter auf der Alster. Genau diese Momente machen Hamburg für mich aus. Laut, hektisch und voll kann die Stadt tagsüber genug sein – nachts zeigt sie plötzlich ihre ruhige und fast magische Seite. 

Tag 2 – Regen, Fähren & ein tiefgekühlter Löwe

Nach dem Ausschlafen erstmal Frühstück beim Bäcker gegenüber vom Hotel. Wetterlage: Hamburg sagte erstmal konsequent „Regen“. Suerte verlangte gedanklich direkt einen Friesennerz. Verständlich.

Mit Bahn und Fähre ging es quer durch den Hafen: Jungfernstieg, Landungsbrücken, Alter Elbtunnel und natürlich wieder Richtung Elbphilharmonie. Oben auf der Plaza dann die Erkenntnis: Letztes Jahr habe ich hier geschwitzt – dieses Jahr wäre Fast-Frostschutzkleidung angebracht gewesen.

Zum Auftauen ging es zurück zu den Landungsbrücken und – Überraschung – wieder Fischbrötchen essen. Diesmal bei Brücke 6. Irgendwann hatte Petrus dann kurz Mitleid und ließ sogar etwas Sonne durch.

Nachmittags standen Hafencity und die Elbbrücken auf dem Programm. Fotografieren, laufen, wieder fotografieren und zwischendurch immer überlegen, wo man sich als Nächstes aufwärmen kann.

Abends dann der eigentliche Schlachtplan: Nachtfotografie.

Also erneut durch den Alten Elbtunnel, die Elphi fotografieren und weiter Richtung Speicherstadt. Dort warteten einige der schönsten Fotospots Hamburgs. Zumindest bis ungefähr 23:30 Uhr. Denn genau dann gingen plötzlich die Lichter an den Brücken aus. Hamburg machte Feierabend.

Zurück im Hotel angekommen waren Hände, Füße und auch Suerte offiziell tiefgekühlt.

Tag 3 – AirPods, Dockland & Wasserspiele

Die Nacht war eher mittelmäßig. Ich habe festgestellt: Mein eigenes Kissen fehlt mir auf Reisen offensichtlich mehr als gedacht.

Also erstmal Kaffee & Franzbrötchen zur Wiederbelebung. Danach stand ein Besuch im Apple Store an, weil meine AirPods plötzlich Rückkopplungen veranstalteten. Diagnose nach kurzer Untersuchung: Eigentlich alles ok. Wahrscheinlich sitzt das Problem mal wieder vor dem Gerät.
Neue Aufsätze testen und die Dinger nicht bis ins Gehirn drehen – verstanden.

Danach natürlich wieder Richtung Landungsbrücken. Fischbrötchen Nummer drölfzig durfte nicht fehlen. Anschließend mit der Fähre 62 Richtung Dockland.

136 Stufen später standen wir oben im Wind und wurden einmal komplett durchgepustet. Suerte hielt kurz tapfer seine Mähne in den Hafenwind, erklärte sich danach aber offiziell zum Südländer und verschwand wieder in der Tasche.

Zum Auftauen ging es erneut ins Alex – heißer Kakao mit Sahne inklusive. Der wurde inzwischen überlebenswichtig.

Später noch etwas durch Hamburg treiben lassen, bis es abends nach Planten un Blomen zu den Wasserspielen ging. Die erste Vorstellung um 18 Uhr dauerte gefühlt ungefähr so lange wie ein Werbespot. Also später nochmal hin.

Vorher allerdings noch ein kurzer Zwischenstopp in der Bar vom Radisson Blu. Dort habe ich beim Jacke-Ausziehen erstmal fast die komplette Tischdeko abgeräumt. Würdevoller Auftritt sieht anders aus. Suerte war innerlich vermutlich schon dabei, sich für mich zu entschuldigen. 

Tag 4 – Wetter-App-Lügen & Fähren-Dauerschleife

Die letzte Nacht in Hamburg war wieder eher Kategorie „zerknittert wach geworden“.
Also erneut Kaffee & Franzbrötchen beim Bäcker des Vertrauens.

Eigentlich stand ein entspannter letzter Tag auf dem Plan: Dockland, Rathaus Altona und später nochmal Chilehaus bei Nacht. Hamburg hatte allerdings andere Ideen.

Wegen Regenschauern wurde erstmal spontan eine Fährenrundfahrt daraus. Fähre 62 entwickelt irgendwann ohnehin Suchtpotenzial.

Zwischendurch ging es vom Rathaus Altona Richtung Fischmarkt und – natürlich – wieder Fischbrötchen essen. Danach Vorab-Check fürs Chilehaus. Ergebnis: Baustelle davor. Romantik eines Bauzauns inklusive.

Also Trinkpause an der Poggenmühlenbrücke, bisschen Hinkebein schonen und Suerte-Fotoshooting. Weil das Bein an dem Tag sowieso schlechte Laune hatte, wurde aus „aktiv unterwegs“ eher „professionelles Rumhängen mit Aussicht“.

Im Alex gab es Flammkuchen und heiße Schokolade mit Sahne. Suerte wollte dabei fast kopfüber in die Sahne eintauchen. Benehmen weiterhin schwierig.

Später dann noch spontane Hafenrundfahrt mit Fähre 73 und anschließend wieder die 62. Bis plötzlich in Finkenwerder die Durchsage kam: „Alle aussteigen.“ Kurz dachte ich ernsthaft, wir stranden jetzt einfach hier und eröffnen einen Fischbrötchenstand. Zum Glück kam 13 Minuten später die nächste Fähre.

Die Wetter-App hatte uns den ganzen Tag angelogen – leider nur nicht am Abend. Regen kam tatsächlich und Dockland war zusätzlich komplett dunkel. Damit war klar: Kamera einpacken und Feierabend.

Heimreise – Zurück in die Realität

Am letzten Morgen hieß es ein letztes Mal: zerknittert aufstehen. Der Wecker war erbarmungslos. Koffer gepackt, Richtung Bahnhof und die Hoffnung, im Flixtrain wenigstens etwas Schlaf nachzuholen.

Das Unterhaltungsprogramm begann allerdings schneller als gedacht. Drei Mädels am Nachbartisch versuchten verzweifelt herauszufinden, wo ihre reservierten Plätze waren. Lösungsvorschlag: „Wir bleiben einfach hier.“ Bis natürlich die eigentlichen Platzbesitzer auftauchten. Also wanderte die komplette Gruppe inklusive Gepäck weiter durch den Zug. Kommentar des Tages: „Wir sind noch nie Flixtrain gefahren.“ Nun ja… lesen hilft manchmal schon.

Der Rest der Fahrt verlief ruhig. Zwischendurch nochmal eingenickt, während Suerte gemütlich in der Tasche vor sich hin schnarchte.

Fazit

Hamburg hat uns nass gemacht, durchgefroren, ständig durch die Gegend geschickt und meine Füße an ihre Grenzen gebracht. Aber genau deshalb liebe ich diese Stadt irgendwie.

Zwischen Hafenwind, Nachtlichtern, Fähren, Fischbrötchen und Speicherstadt hat Hamburg wieder gezeigt, warum ich immer wiederkomme. Besonders nachts, wenn die Stadt ruhiger wird und sich die Lichter im Wasser spiegeln, entsteht dort eine Atmosphäre, die man schwer beschreiben kann.

Und auch wenn Suerte vermutlich noch immer leicht tiefgekühlt ist:
Hamburg 2026 war wieder absolut jede kalte Minute wert. 🦁📸