Rhodos 2026 – Zwischen Traumstränden, 36 Grad und einem illegalen Mitbewohner

17 Tage Rhodos. Das klang im Vorfeld nach Sonne, Strand, Meer, einem schönen Häuschen mit Pool und ganz viel Entspannung. Und genau das haben wir bekommen. Also… größtenteils.

Dazu gab es nämlich noch ein Fotoverbot direkt nach der Landung, einen griechischen Geröllstrand, Bodylotion als Shampoo, eine ziemlich aggressive Abzugshaube, 50-Euro-Strandliegen, einen Restaurantbesuch mit Folgen, einen illegalen Mitbewohner namens Jerry und Temperaturen, bei denen selbst ich irgendwann freiwillig aufs Laufen verzichtet habe. Kurz gesagt: ein ganz normaler Urlaub in Manuelas Welt. 😂

Kaum gelandet – schon Ärger

Los ging es ganz entspannt ab Köln. Und darüber war ich schon deshalb froh, weil uns die Fahrt nach Düsseldorf erspart blieb.

Unser Eurowings-Flug sollte um 14:30 Uhr starten, also hatten wir vorher keinen Stress. Selbst die neue Sicherheitskontrolle am Kölner Flughafen sorgte erstmal für Begeisterung: Alles durfte im Rucksack bleiben und sogar Wasser bis zwei Liter war erlaubt. Technik kann also durchaus praktisch sein. Bei der Organisation drumherum war allerdings noch etwas Luft nach oben. Frei nach dem Motto: „Dafür bin ich nicht zuständig.“ Kommunikation? Wird überschätzt. Trotzdem waren wir pünktlich, starteten sogar etwas früher und landeten ebenfalls vor der geplanten Zeit auf Rhodos. Und dort dauerte es ungefähr drei Minuten bis zu meinem ersten Manu-Moment. Ich machte nach der Landung ein Foto. Durchsage: Fotografieren verboten. Läuft. 😂 Immerhin: Gepäck eingesammelt, ab zum Ferienhaus – und das war ein Träumchen. Schönes Haus, eigener Pool, genau das Richtige für die kommenden zwei Wochen. Noch etwas essen, Wasser besorgen, Absacker am Pool und dann ziemlich müde ins Bett. Rhodos konnte beginnen.

Zarte Füße treffen auf griechische Realität

Die erste Nacht war etwas sonderbar. Mehrfach wach geworden, morgens entsprechend matschig und deshalb erstmal kein Lauf. Stattdessen ging es an den Strand. Die Temperaturen waren bereits ordentlich und rund um unser Haus bewegte sich ungefähr kein einziges Lüftchen. Also Liegen gesucht, ab ins Meer und…AUA. Kleine Kieselsteine unter den Füßen, größere Steine im Wasser und beim Rein- und Rausgehen ein Balanceakt, bei dem man plötzlich Muskeln entdeckt, von denen man vorher nichts wusste. Das Internet hatte den Strand irgendwie fußfreundlicher beschrieben. Meine zarten Füße sahen das anders. Auf dem Rückweg wurden deshalb Wasserschuhe gekauft. Problem erkannt, Problem geshoppt. Modisch vielleicht nicht ganz vorne dabei, aber ich wollte ja auch nicht auf den Laufsteg, sondern unfallfrei ins Meer.

Bodylotion kann man doch bestimmt auch für die Haare nehmen

Nach einer deutlich besseren Nacht stand am dritten Morgen tatsächlich der erste Urlaubslauf an. 25 Grad, Wind und einfach mal ein bisschen die Gegend erkunden. Herrlich. Danach duschen. Und hier kommt eine wichtige Erkenntnis dieses Urlaubs: Wenn man ohne Brille unter der Dusche steht, sehen kleine Fläschchen mit Shampoo, Duschgel und Bodylotion erstaunlich ähnlich aus. Ich verteilte also großzügig Bodylotion in meinen Haaren. Merkt man irgendwann. Immerhin waren sie anschließend vermutlich hervorragend gepflegt. 😂 Der Rest des Tages verlief wesentlich ungefährlicher: Frühstück, Pool, Grillen und Kniffeln. Urlaub kann so einfach sein.

Die Abzugshaube schlägt zurück

Tag vier begann ausgeschlafen, warm und komplett windstill. Also wieder Strand. Vorher allerdings Kaffee. Beim Kontrollieren des Wasserstands der Kaffeemaschine richtete ich mich auf und lernte die Unterkante der Abzugshaube etwas näher kennen. Sehr nah. Autsch. Abends gab es dann eine hübsche Beule inklusive leichter Blaufärbung. Rhodos 2 – Manu 0. Dafür bewährten sich am Strand die neuen Wasserschuhe hervorragend. Hübsch ist anders, aber die Füße blieben heil. Abends testeten wir ein Restaurant, das eigentlich einen guten Ruf hatte. Gemütlich essen war allerdings nicht vorgesehen. Essen auf den Tisch, essen, Rechnung – nach ungefähr 40 Minuten waren wir wieder draußen. Schnellrestaurant mit Tischdecke. Kann man machen. Muss man nicht.

27 Grad, warmer Gegenwind und griechische Bürgersteige

Natürlich musste im Urlaub noch einmal gelaufen werden. Also morgens raus bei bereits 27 Grad. Dazu warmer Wind – selbstverständlich gefühlt immer von vorne – und Bürgersteige, die den Begriff „Bürgersteig“ teilweise recht kreativ interpretierten. Uneben, holprig und mit genügend Stolperfallen ausgestattet, um meinen Blick dauerhaft auf den Boden zu zwingen. Irgendwann orientierte ich mich an den Griechen und lief einfach auf der Straße. Zwischendurch Olivenbäume, Schafe und die Frage: Warum tue ich mir das bei der Hitze eigentlich an? Antwort: Weil ich Läuferin bin und wir manchmal merkwürdige Entscheidungen treffen. Danach war ich allerdings vernünftig: Pool, Schatten, Wasser und möglichst wenig Bewegung.

36 Grad – und plötzlich laufe selbst ich nicht mehr

Dann drehte Rhodos die Heizung endgültig auf. 36 Grad. Kein Wind. Selbst beim Frühstück im Schatten war es schon zu warm. Wir versuchten unser Glück an einem anderen Strand. Drei Liegen, zwei Sonnenschirme – macht 50 Euro. Bitte was? Immerhin waren vier Flaschen Wasser inklusive. Trotzdem hatte ich kurz das Gefühl, wir hätten die Liegen gekauft und nicht gemietet. Danach gab es ein dringend benötigtes Radler im Restaurant direkt vor unserem Haus. Die Besitzerin dort war so herzlich, dass wir im Laufe des Urlaubs immer wieder gerne bei ihr landeten. Abends dann das komplette Gegenteil vom Schnellrestaurant: viele verschiedene griechische Vorspeisen bestellt, alles geteilt und richtig lecker gegessen. Unser persönliches griechisches Tapas-Prinzip. Am nächsten Tag blieb es genauso heiß. Und jetzt kommt etwas, das wirklich zeigt, WIE heiß es war: Ich bin freiwillig nicht laufen gegangen. Nicht mal der Gedanke daran war attraktiv. Stattdessen Pool. Wenn ich wegen Hitze freiwillig aufs Laufen verzichte, ist die Lage ernst. 😂

Rhodos-Stadt, Honig und Service mit Luft nach oben

Für etwas Abwechslung holten wir einen Leihwagen. Erstes Ziel: Rhodos-Stadt. Nach ungefähr 30 Minuten Fahrt sogar einen kostenlosen Parkplatz gefunden – Urlaubserfolg Nummer eins. In der Altstadt trennten sich dann kurz die Wege. Markus schaute sich den Großmeisterpalast an, während wir Mädels durch die kleinen Gassen und Geschäfte zogen. Prioritäten. 😇 Zum Mittagessen fanden wir tatsächlich alle wieder zusammen. Danach ging es noch ein Stück am Hafen und an der Stadtmauer entlang zurück zum Auto. Und obwohl es eigentlich „nur“ um die 29 Grad sein sollten, fühlte es sich immer heißer an. Vielleicht werde ich alt. Oder Rhodos hatte einfach beschlossen, mich langsam gar zu kochen. Weiter ging es zum Bienenmuseum, natürlich inklusive Honigkauf, und anschließend zu den Seven Springs. Wasserfall angeschaut, Pflicht-Selfie erledigt und dann noch etwas essen. Zumindest war das der Plan. Getränke mussten mehrfach angemahnt werden, ein Essen wurde komplett vergessen und irgendwann war klar: Trinkgeld wird heute eher schwierig. Auch Urlaub ist schließlich Qualitätsmanagement.

Der Energiesparmodus

Nach dem Ausflug nach Rhodos-Stadt brauchten wir erstmal wieder weniger Programm. Ein Tag Strand, abends Food Box direkt vor der Haustür. Danach Pooltag. Die Hitze blieb. Kaum Wind, hohe Temperaturen und obwohl ich nachts eigentlich ganz ordentlich schlief, wachte ich morgens nicht wirklich erholt auf. Ich plante zwar immer wieder einen Lauf, aber mein Körper hatte offenbar andere Vorstellungen. Also habe ich ausnahmsweise mal auf ihn gehört. Das sollte nach dem Urlaub sowieso einmal abgeklärt werden. Bis dahin: Pool statt Pace. Wir verlängerten den Leihwagen noch ein paar Tage und blieben damit flexibel.

Endlich Sand!

Damit ging es am nächsten Tag eine Bucht weiter zum Tsambika Beach. Und siehe da: Sand! Richtiger Sand! Mehr Sand, weniger Steine und meine heißgeliebten Wasserschuhe durften tatsächlich in der Tasche bleiben. Dazu eine schöne entspannte Bucht und Liegen samt Sonnenschutz, für die man nicht gleich einen Kleinkredit aufnehmen musste. So gefällt mir das. Auf dem Rückweg kamen wir an einigen Restaurants vorbei und beschlossen, abends eines davon auszuprobieren. Eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als eher… ungünstig herausstellte. Mein Salat war zum Glück offenbar unschuldig. Für Angelika und Markus galt das leider nicht.

Wenn bekannte Räume plötzlich wichtig werden

Nach einer ziemlich turbulenten Nacht hieß es für die beiden am nächsten Tag: Bett. Mir ging es gut, also verbrachte ich den Tag am Pool. Wobei „am Pool“ bei den Temperaturen nicht ganz korrekt ist. Ich war gefühlt hauptsächlich im Pool. Am nächsten Morgen zeigte sich bei den beiden endlich Licht am Ende des Tunnels. Erste Nahrungsaufnahme funktionierte wieder, aber 100 Prozent waren noch nicht erreicht. Deshalb blieben wir lieber noch einen Tag in der Nähe bekannter Räumlichkeiten. Man muss das Schicksal nicht provozieren. Zur Abwechslung gönnten wir uns noch einmal das Fisch-Fuß-Spa. Kleine Fische, die an den Füßen knabbern – beim ersten Mal etwas gewöhnungsbedürftig und ziemlich kitzelig, beim zweiten Mal schon fast Wellness. Am Nachmittag geschah dann etwas beinahe Sensationelles: Wind! Beim Abendessen wurde es sogar kurz fast stürmisch. Und genauso schnell war alles wieder vorbei.

Traumstrand und Jerry zieht ein

Am nächsten Tag ging es zum Blue Sea Beach. Und das Wetter war perfekt. Nicht zu heiß, dazu eine stetige kühle Brise – nach den vergangenen Tagen fühlte sich das fast luxuriös an. Also nochmal richtig Strand genießen, denn die Wettervorhersage für die letzten Urlaubstage sah deutlich wechselhafter aus. Währenddessen hatten wir allerdings längst einen weiteren Mitbewohner. Und nein, ich meine nicht Suerte. Seit drei Tagen wohnte eine kleine Maus in einem der Schlafzimmer. Aufgefallen war sie, weil sie sich nachts geräuschvoll an Schokoladenpapier zu schaffen machte. Wir tauften sie Jerry. Jerry wurde zwischenzeitlich im Badezimmer eingesperrt und reagierte darauf offenbar etwas ungehalten. Jedenfalls veranstaltete er dort Randale mit dem Deo. Einbruch, Schwarzwohnen und Sachbeschädigung. Das komplette Programm. Irgendwann fanden wir vermutlich seinen Eingang, klebten ihn zu und informierten den Vermieter beziehungsweise seinen Kümmerer. All inclusive gilt schließlich nicht für Mäuse.

25 Kilometer, 738 Kurven und ein Lost Place

Für den vorletzten Ausflug war das Wetter eigentlich perfekt: angenehm warm, bewölkt und zwischendurch ein bisschen Regen. Also Auto geschnappt und Richtung Villa de Vecchi. Ein Lost Place, den ich unbedingt sehen wollte. Entfernung: ungefähr 25 Kilometer. Angegebene Fahrzeit: 41 Minuten. Ja nee, ist klar. 😂 Die Strecke führte durch die Berge und bestand gefühlt ausschließlich aus Kurven. Unterwegs machten wir noch einen spontanen Stopp bei einem Olivenöl-Händler mit kleinem Zoo: Esel, Ziegen, Hühner und Enten friedlich vereint. Irgendwann erreichten wir tatsächlich die Villa de Vecchi und schauten uns das verlassene Gebäude vorsichtig an. Danach zurück in die Zivilisation und weiter nach Lindos. Hübsch? Ja. Klein? Ja. Voll? Sowas von. Entspannt durch die Gassen schlendern hatte ich mir anders vorgestellt. Zwischendurch kam auch noch die Sonne heraus und sofort wurde es wieder deutlich wärmer. Da die Fahrt durch die Berge wesentlich länger gedauert hatte als gedacht, waren wir am Ende ziemlich lange unterwegs. Also abends zurück in unserem Ort noch essen gegangen. Zu Fuß wäre das Restaurant etwas weit gewesen, aber bevor der Leihwagen zurückmusste, passte es perfekt. Und das Essen war richtig gut. So ein Restaurant, bei dem man das Gefühl hat: Da steht hinten noch Mama persönlich in der Küche. Genau mein Ding

Petrus dreht zum Abschied den Wasserhahn auf

Der letzte komplette Urlaubstag begann beim Frühstück sogar noch mit etwas Sonne. Aber am Himmel standen bereits ziemlich dunkle Wolken und irgendwo grummelte es verdächtig. Kurz darauf gingen die Schleusen auf. Regen. Und zwar ordentlich. Wie gut, dass wir ein schönes Häuschen hatten. Also im Trockenen lesen, entspannen und dem Wetter einfach beim Wettersein zugucken. Gegen 14 Uhr war plötzlich alles vorbei. Die Sonne kam wieder heraus, dafür war die Temperatur auf 21 Grad gefallen. Nach zwei Wochen Rhodos fühlte sich das ungefähr wie Winter an. Wir bummelten noch ein bisschen, gingen anschließend noch einmal lecker essen und verabschiedeten uns von der herzlichen Besitzerin unseres Stammrestaurants. Dann kam der Teil, der in jedem Urlaub völlig überflüssig ist: Koffer packen.

Suerte übernimmt den Notausgang

Am nächsten Morgen gab es noch einen letzten Abschiedskaffee. Um 8:30 Uhr wurden wir abgeholt und zum Flughafen gebracht. Beim Boarding herrschte ein bisschen Chaos und am Ende starteten wir mit ungefähr 15 Minuten Verspätung Richtung Köln. Wir hatten uns im Vorfeld Plätze am Notausgang gebucht. Beinfreiheit! Vor dem Start erklärte uns der Steward natürlich, was wir im Notfall zu tun hätten. Suerte hörte offenbar besonders aufmerksam zu und studierte anschließend die Hinweise am Notausgang noch einmal ganz genau. Nach zwei Wochen als Reiseleiter, Coach, Aufsichtspersonal, Qualitätsmanagement und Krisenstab fehlte schließlich noch eine Position: Notausgangsbeauftragter. In Köln angekommen, durfte ich dann direkt wieder ein bisschen an der Menschheit verzweifeln. Eine ältere Dame versuchte mühsam, ihren Koffer vom Gepäckband zu bekommen. Zwei Männer standen daneben. Und schauten zu. Also bin ich hin und habe ihr geholfen. Sie war sehr dankbar. Willkommen zurück in Deutschland. 🙄

Mein Rhodos-Fazit

Rhodos war vieles. Heiß. Sehr heiß. Manchmal sogar so heiß, dass selbst ich freiwillig nicht laufen wollte.

Es gab wunderschöne Buchten, herrliches Wasser, gemütliche Pooltage, griechisches Essen, kleine Gassen, Berge, Kurven, Lost Places und einige richtig schöne Ausflüge.

Aber natürlich wären es nicht meine Reisen, wenn nicht auch ein paar Geschichten hängenbleiben würden.

Das Fotoverbot ungefähr drei Minuten nach der Landung.

Die Wasserschuhe für meine zarten Füße.

Bodylotion als Shampoo.

Mein Zusammenstoß mit der Abzugshaube.

50 Euro für drei Strandliegen und zwei Schirme.

Ein Restaurantbesuch, der für zwei von uns nachhaltiger war als geplant.

Und natürlich Jerry, unser kleiner illegaler Mitbewohner.

Genau diese Dinge sind es am Ende, an die man sich erinnert. Nicht daran, ob jeder Urlaubstag perfekt war. Sondern an die Momente, bei denen man später sagt: „Weißt du noch…?“ Und davon hat Rhodos uns reichlich geliefert. ❤️🇬🇷

Jetzt heißt es auspacken, Waschmaschine an und wieder im Kölner Alltag ankommen. Zumindest kurz. Denn schon nächstes Wochenende geht es für drei Tage nach Blankenberge. 🇧🇪 Man will ja nicht einrosten. 😂 Und Suerte? Der sollte seinen Koffer vielleicht einfach gepackt lassen. 🦁🧳